St. Margarethen (Transkription Nr. 915)

Schulort St. Margarethen
Konfession des Orts: Katholisch
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1463, fol. 438-438v
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Thurgau
Distrikt 1799: Tobel
Agentschaft 1799:
Kirchgemeinde 1799: Sirnach
Ort/Herrschaft 1750: Gemeine Herrschaft Thurgau (Gerichtsherrschaft des Fürstabts von St. Gallen)
Kanton 2015: Thurgau
Gemeinde 2015: Münchwilen
In dieser Quelle wird folgende Schule erwähnt:
  • St. Margarethen (Niedere Schule, katholisch)

Sant Margrethen den 18 Hornung. Ano. 1799.
Beanthwortung der angesetzten Fragen Ueber den Zustand der Schuhl zu St. Margrethen.

I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

Sant Margrethen ist der Ort, wo die Schuhl gehalten wird, ein Dorf. Welches eine Gemeine ist; gehört zu der Krichen Gemeine Syrnach, und Agentschaft Münchweilen, Districke Tobel, Und zu dem Canton Thurgau.

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?
I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?
I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?
I.1.dIn welchem Distrikt?
I.1.eIn welchen Kanton gehörig?
I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.
I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.

Die Namen der zum Schuhl-Bezircke gehörigen Orth schaften sind folgende. Möricken ein Dörfle, dort sind nur 7 Haushaltungen, von daher kommen unterdessen 7 Kinder in die Schuhl, ist eine halbe Viertelstund von dem Schuhl-Ort entlegen.
Sedel ein Dörfle, dort sind 11. Haushaltungen, von daher kommen unterdesen 8. Kinder in die Schuhl, ist ein halbe Viertelstund von dem Ort entlegen.
Mezicken ein Dörfle, dort sind 13 Katholische Haushaltungen von daher kommen unterdesen 11 Kinder in die Schuhl, ist ein Viertelstund von dem Schuhl-Ort entlegen.
Holzmanshaus ein Dörfle, dort sind nur 4 Catolische Haushaltungen, von daher kommen unterdessen 2. Kinder in die Schuhl, ist eine starke Viertelstund von dem Schuhl Ort entlegen.
Sant. Margrethen ein Dorf, dort sind 25. Haushaltungen ist der Haupt-Ort, von daher kommen unterdesen 27. Kinder in die Schuhl.

I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.
I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.
I.4.bDie Entfernung eines jeden.
II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

Unterdesen sind die Kinder in keine Klassen eingetheilt gewesen, anders als diese, die Buchstabirende und lesende.

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

Jn der Schuhl wird gelehrt lesen, und schreiben.

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?

Die Schuhl wird nur im Winder gehalten, und zwar von der Advent Wochen 12. Wochenlang. Es werden auch keine andern Schuhl-Bücher gebraucht als das A. B. C. Büchlein von St. Gallen, nach der Normal zum Buchstabiren, und lesen — Wie auch die erste, und zweyte Klasse des Hoch-Bischöfflichen Kathecismus. Vorschriften sind keine besondre, sonder der Lehrer zeigt das schreiben mit eigner Hand nach dem obangesetzen A. B. C. Büchel.

II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?
II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?
II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Die Schuhl dauret täglich 5 stunden 2 stund vor Mittag und 2 stund nach Mittag

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

||[Seite 2] Bisher hat die Gemeid St. Margretha den schuhlmeister bestelt, der jetzigmahlige Schuhl M. heist Augustinus Müller, daselbst, zu St. Margretha, und ist 15 Jahr Alt Ledigen Stands.

III.11.bWie heißt er?
III.11.cWo ist er her?
III.11.dWie alt?
III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?
III.11.fWie lang ist er Schullehrer?

dieses ist das erste Jahr.

III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?

Vorher ist er in dem Kloster Fischingen in der Schuhl gewesen.Vorher ist er bey seinen Elteren, sein beruf wahr die lehr.

III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?

Meine Verrichtungen sind Mit beckenn und übrigen Haus und geütter arbeiten.

III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?

Kinder so die Schuhl besuchen sind. Knaben 29 Mägtlein 25 überhaupt.

III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)

Knaben 29 Mägtlein 25

III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)
IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?

Schuhlstiftung ist eine vorhanden, sie bestehet aus 122 fl. und zwar an Capitalien. Jst mit keinem Kirchen nach Armen guth vereinigt. von Mezicken gestifftet worden in zwey mahlen: Erstens 100 fl. und zweytens 22 fl.

IV.13.bWie stark ist er?
IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?
IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?
IV.15Schulhaus.

Schuhl Haus ist keines vorhanden, der Lehrer muß die Schuhl in seinem Haus halten ohne Zins.

IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?
IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?

Schuhl Haus ist keines vorhanden, der Lehrer muß die Schuhl in seinem Haus halten ohne Zins.

IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?
IV.16Einkommen des Schullehrers.

Einkomen des Schuhllehrers An Gelt 12 fl: aus obigen Capitalien. 6 fl. das übrige wirt von den Brügern zu sammen gesteürt.

IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.
IV.16.BAus welchen Quellen? aus
IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?
IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers
Unterschrift

Augustinus Müller Der jetzige Schuhlmeister in St. Margrethen den 18 Hornung. Ano 1799.

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